curriculum 3-02
Kunsttherapeutische/r Fachbegleiter/in für Psychotraumatologie
Inhalt
Der Einsatz kunsttherapeutischer Methoden stellt eine wichtige Möglichkeit zur Aktivierung von Ressourcen, zur Modifizierung traumabedingter Erlebnisweisen und zur Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen dar.
Dieses Curriculum eröffnet die Möglichkeit, PatientInnen mit Traumafolgestörungen, ihrem spezifischen Störungsbild entsprechend, kompetent und qualifiziert zu begleiten. Auf dem Hintergrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Psychotraumatologie und der Erfahrungen der Traumatherapie wird ein reichhaltiges kunsttherapeutisches Handwerkzeug für die eigene Praxis mit TraumapatientInnen erworben. Die Fortbildung beinhaltet die Grundlagen der Diagnostik und Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung und Dissoziativer Störungen. Anhand eigener Erfahrung und anschließender methodischer Reflexion werden kunsttherapeutische Interventionen vermittelt, die sich seit vielen Jahren in der Arbeit mit TraumapatientInnen bewährt haben.

Das Curriculum umfasst 6 Module (insgesamt 96 UE) mit folgendem Inhalt:

Theoretische Grundlagen:

  • Wissenschaftliche Grundlagen der Psychotraumatologie und Neurobiologie
  • Diagnostische und traumatherapeutische Grundlagen
  • Einfließende theoretische und methodische Modelle:
    • Psychodynamisch-Imaginative Traumatherapie PITT (Reddemannn)
    • Bindungstheorie (Bowlby, Ainsworth)
    • Ego-State-Therapie (Watkins & Watkins, Schwartz)
    • Das Modell der Strukturellen Dissoziation (Nijenhuis, Steele, van der Hart)
    • Elemente aus der Ressourcenarbeit der EMDR-Methode (Shapiro)
  • Literaturstudium

Praktische Übungen / kunsttherapeutische Interventionen mit folgenden Schwerpunkten:

  • Stressregulation und Selbstberuhigung
  • Stärkung von Selbstwirksamkeit und Kontrolle
  • Entwicklung von Selbstschutz und Selbstfürsorge
  • Bildnerisches Arbeiten an Ich-stärkenden Imaginationen
  • Ressourcenaktivierung, -vertiefung und -verankerung
  • Regulieren von Intrusionen / Flash-Back-Stop
  • Distanzierung und Containment von Belastungen
  • Affektdifferenzierung, Affektregulation und Impulskontrolle
  • Regulieren destruktiver Impulse
  • Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen
  • Strukturierung und Orientierung des Innensystems
  • Entwicklung zukunfts- und lösungsorientierter Systembilder
  • Entwicklung von Co-Bewusstsein, innerer Kommunikation und Kooperation
  • Übertragung und Gegenübertragung in der Arbeit mit TraumapatientInnen
  • Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen des jeweiligen Arbeitsfeldes
  • Psychohygiene
Modul 1 Stressbewältigung und Ich-Stärkung
Neurobiologische Grundlagen der Entstehung von toxischem Stress, mentale und gemalte Imaginationen, kunsttherapeutische Übungen und Interventionen zur Ich-Stärkung und Stressregulation.
28. - 29.04.2017
Modul 2 KT in der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen
Diagnostik und Therapie von PTBS, das Vier-Phasen-Modell der Traumatherapie, Bindungstheorie, das Konzept der Psychodynamisch-Imaginativen Traumatherapie (PITT nach Reddemann), Imaginationen, Übungen und Interventionen zur Stabilisierung.
26. - 27.05.2017
Modul 3 Ressourcenaktivierung in der KT
Resilienzforschung. Einsatz imaginativer und kunsttherapeutischer Methoden zur Ressourcenaktivierung, systematische Vertiefung und Verankerung von Ressourcen in Anlehnung an die EMDR-Methode.
07. - 08.07.2017
Modul 4 KT-Arbeit mit Anteilen der Persönlichkeit
Grundlagen der Ego-State-Therapie, Arbeit auf der inneren Bühne, Einsatz kunsttherapeutischer Methoden zur Verbesserung der inneren Kommunikation und Integration von Anteilen der Persönlichkeit.
25. - 26.08.2017
Modul 5 KT in der Behandlung Dissoziativer Störungen
Diagnostik und Therapie Dissoziativer Störungen, das Modell der strukturellen Dissoziation (Nijenhuis, Steele, van der Hart), kunsttherapeutische Arbeit an zukunfts- und lösungsorientierten Systembildern.
29. - 30.09.2017
Modul 6 Übung und Vertiefung: KT in der Behandlung von Traumafolgestörungen
Vertiefung diagnostischer und therapeutischer Grundlagen, die therapeutische Beziehung in der Traumatherapie (Übertragung und Gegenübertragung) Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Arbeitsfeldes, Psychohygiene/Selbstfürsorge.
27. - 28.10.2017

Der Einsatz des Gelernten ist abhängig von den fachlichen und rechtlichen Möglichkeiten, die sich aus der Grundqualifikation und dem jeweiligen Arbeitsfeld der TeilnehmerInnen ergeben. Eine bereits absolvierte mindestens zweijährige (berufsbegleitende) therapeutische Grundausbildung mit Selbsterfahrungsanteilen oder Eigentherapie, eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in einem psychotherapeutischen, psychiatrischen oder psychosozialen Arbeitsfeld und die Teilnahme an allen Modulen ist Voraussetzung für den Erwerb des Abschlusszertifikats über die Teilnahme an der Fortbildung "Kunsttherapeutische/r Fachbegleite/in für Psychotraumatologie".

Das Curriculum ist als Jahresgruppe konzipiert. Versäumte Seminare können nur kostenpflichtig nachgeholt werden. Um das Abschlusszertifikat zu erhalten, müssen versäumte Seminare innerhalb von zwei Jahren nachgeholt werden. Alle Module sind inhaltlich in sich abgeschlossen und aufeinander aufbauend. Einzelne Module können nur nach persönlicher Rücksprache gebucht werden, wenn es noch freie Seminarplätze gibt.

Bitte beachten Sie die PDF-Datei  >> Fortbildungsvertrag.

Empfohlene Lit.: Reddemann, L (2016): Imagination als heilsame Kraft. Stuttgart, Pfeiffer.

Gesamtcurriculum
Beginn
28.04.2017

Umfang
6 Seminare (96 UE)

Gebühr
1.620 € (270 € pro Seminar, inkl. Material)

Ermäßigt für SelbstzahlerInnen:
1560 € (260 € pro Seminar, inkl. Material)

Leitung
Susanne Lücke

Wissenschaftl. Begleitung und Gastdozentin
Dr. med. Agnes Balten

Seminarzeit
Fr 14-21 h, Sa 10-18 h

Veranstaltungsort
bik Huchzermeierstraße 10,
33611 Bielefeld

Bitte beachten Sie:

Im Curriculum 3-02 / 2017 sind bereits alle Seminarplätze belegt. Aufgrund der großen Nachfrage wird im Oktober 2017 eine zweite Fortbildungsgruppe (Curriculum 3-02/2) beginnen, für die Sie sich noch anmelden können.

Termine Curriculum 3-02/2

Modul 1 Stressbewältigung und Ich-Stärkung 13. - 14.10.2017
Modul 2 KT in der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen 10. - 11.11.2017
Modul 3 Ressourcenaktivierung in der KT 08. - 09.12.2017
Modul 4 KT-Arbeit mit Anteilen der Persönlichkeit 26. - 27.01.2018
Modul 5 KT in der Behandlung Dissoziativer Störungen 23. - 24.02.2018
Modul 6 Übung und Vertiefung: KT in der Behandlung
von Traumafolgestörungen
23. - 24.03.2018
Seminarzeiten für alle Seminare: freitags 14:00 - 21:00 h, samstags 10:00 - 18:00 h




Einzelseminare Psychotraumatologie 2017
Kunsttherapie in der Behandlung von Traumafolgestörungen

(nicht Bestandteil des Curriculums)
kurs nr. 3-12   Einzelseminar Psychotraumatologie
Orte der Geborgenheit
Gemalte Imagination, Quelle der Kraft
Inhalt
Im Erschaffen innerer geschützter und geborgener Orte geht es um die basale Erfahrung, mit liebevoller und achtsamer Zuwendung begleitet, vor Gefahr geschützt und im Schmerz getröstet zu sein.
Die therapeutische Arbeit mit solchen inneren Orten hat sich nicht nur in der Behandlung von Trauma-
folgestörungen, sondern allgemein in der Stressbewältigung bewährt. L. Reddemann weist darauf hin, dass die hohe Wirksamkeit möglicherweise darauf beruht, dass das Aufsuchen innerer geschützter Orte zu den ältesten schamanistischen Heilungsmethoden gehört und tief im kollektiven Unbewussten verankert ist.
Insbesondere für komplex traumatisierte PatientInnen erhöht das Malen von Imaginationen die Kontrolle über innere Bilder und ermöglicht die Erfahrung positiver Einflussnahme und Selbstwirksamkeit.
Der bildnerische Prozess stellt in diesem Kontext zunächst eine spielerische und dynamische Suchbewegung dar, die zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit zur Veränderung beinhalten soll und dazu dient, eigene Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse zu realisieren, und zwar nicht im Sinne von Perfektion, sondern von Kohärenz.
Ist der persönliche Ort der Geborgenheit einmal gefunden, erleichtert die bildnerische Gestaltung den Zugang zu der damit verbundenen Erfahrung und stellt für diese einen visuellen und/oder taktilen Anker dar. Auf diesem Hintergrund können nicht nur wiederkehrende problematische Alltagssituationen, sondern auch der Umgang mit traumatischen Belastungen aus einer neuen Perspektive gestaltet werden.
In diesem Seminar sollen verschiedene kunsttherapeutische Wege zu solchen Orten in Selbsterfahrung erprobt, auf ihre Wirksamkeit in der Alltagsbewältigung geprüft und bezogen auf das jeweilige Arbeitsfeld der TeilnehmerInnen reflektiert werden.

Empfohlene Literatur:
Huber, M: Der geborgene Ort. Junfermann Verlag, Paderborn 2015
Lücke, S: Kunstpsychotherapie im Prozess der Traumaheilung. In Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Umfang
1 Seminar (16 UE)

Termin
27. - 28.01.2017 (Fr 14-21 h, Sa 10-18 h)

Gebühr
270 € (inkl. Material)

Leitung
Susanne Lücke

Veranstaltungsort
bik Huchzermeierstraße 10, 33611 Bielefeld



kurs nr. 3-22   Einzelseminar Psychotraumatologie
Innere Helfer
Gemalte Imagination, Quelle der Kraft
Inhalt
Imaginative hilfreiche Wesen bieten nicht nur Halt und Trost in schweren Zeiten, sondern können auch gezielt genutzt werden, um die spezifischen Eigenschaften und Fähigkeiten zu aktivieren, die im Umgang mit den Herausforderungen der jeweiligen Lebenssituation benötigt werden.
Sind solche Helferwesen einmal gefunden, begleiten sie uns und unsere PatientInnen oftmals durch die Höhen und Tiefen eines kompletten Therapieverlaufs und verhelfen nicht nur zu einer positiven Veränderung der (Selbst-) Wahrnehmung und des Verhaltens im gegenwärtigen Alltag, sondern unterstützen auch die Verarbeitung von Belastungen aus der Vergangenheit.
Innere HelferInnen können zum Beispiel die Gestalt von Märchenfiguren, Fabelwesen, Tieren, persönlichen Schutzengeln, Steinen oder Pflanzen annehmen. Es kann sich aber auch um jüngere und ältere Ichs handeln, die eine in der Gegenwart benötigte Fähigkeit bereits einmal hatten, bzw. einmal haben werden.
In diesem Seminar werden mittels bildnerischer Gestaltungen verschiedene Zugangswege erprobt, solche Helferwesen lebendig werden zu lassen und den Kontakt zu ihnen zu halten. Die Wirksamkeit wird in der Auseinandersetzung mit eigenen Lebensfragen erprobt und in Bezug auf die Anwendbarkeit im jeweiligen Arbeitsfeld der TeilnehmerInnen reflektiert.

Empfohlene Literatur:
Huber, M: Wege der Traumabehandlung. Junfermann Verlag, Paderborn 2012
Lücke, S: Kunstpsychotherapie im Prozess der Traumaheilung. In Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Umfang
1 Seminar (16 UE)

Termin
24. - 25.02.2017 (Fr 14-21 h, Sa 10-18 h)

Gebühr
270 € (inkl. Material)

Leitung
Susanne Lücke

Veranstaltungsort
bik Huchzermeierstraße 10, 33611 Bielefeld



kurs nr. 3-32   Einzelseminar Psychotraumatologie
Versöhnung mit dem Körper
Kunsttherapie als körperbezogene Methode
Inhalt
"Ein Trauma löst ein Gefühl der Ohnmacht und des Kontrollverlustes aus. Für die Genesung ist es daher entscheidend, dass Überlebende ihr Gefühl der Stärke und Kontrolle wiedererlangen." (Judith Herman)
Überlebende fühlen sich nach einem Trauma vom eigenen Körper verraten, weil dieser es nicht geschafft hat, sie in Sicherheit zu bringen. Wie kann es gelingen, diesen Körper, der das Zentrum von so viel Schmerz ist, zu nähren und für ihn zu sorgen?
In diesem Seminar sollen die TeilnehmerInnen eigene Erfahrungen mit Imaginationen, kunsttherapeu-
tischen Übungen und leicht erlernbaren Übungen aus dem ,Traumasensiblen Yoga' (nach B. A. van der Kolk) sammeln, die dazu beitragen, das Vertrauen in den eigenen Körper zurück zu gewinnen und sich diesem fürsorglich zuzuwenden. Sowohl im Prozess des Gestaltens als auch im Praktizieren der Körperübungen, geht es darum, den eigenen Körper achtsam wahrzunehmen, sich darüber klar zu werden, was sich angenehm anfühlt und was nicht, angemessene Entscheidungen zu treffen und entsprechend zu handeln.

Die Körperübungen werden in bequemer Alltagskleidung geübt. Bitte flache Schuhe oder Stoppersocken mitbringen.

Empfohlene Literatur:
Emerson, D und Hopper, E: Trauma-Yoga. Probst-Verlag, Lichtenau 2014
Lücke, S: Kunstpsychotherapie im Prozess der Traumaheilung. In Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Umfang
1 Seminar (16 UE)

Termin
24. - 25.03.2017 (Fr 14-21 h, Sa 10-18 h)

Gebühr
270 € (inkl. Material)

Leitung
Susanne Lücke

Veranstaltungsort
bik Huchzermeierstraße 10, 33611 Bielefeld



kurs nr. 3-42   Einzelseminar Psychotraumatologie
Ressourcenorientierter Umgang mit Belastungen
Ressourcenorientierung in der Kunsttherapie
Inhalt
Ein ressourcen- und lösungsorientierter Umgang mit Alltagsbelastungen erlaubt es TraumapatientInnen, Grundstrukturen zu entwickeln und zu etablieren, die für die Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen benötigt werden.
Hierzu gehören insbesondere die Fähigkeiten, starke Affekte zu regulieren, eine beobachtende Distanz zu belastenden Erfahrungen zu entwickeln und diese nachträglich in eine "Geschichte mit positivem Ausgang" zu verwandeln.
Anhand eigener Alltagsbelastungen wird in diesem Seminar erprobt, in welcher Weise sich der Einsatz bildnerischer Gestaltungen als sinnvoll und hilfreich erweisen kann.
Den traumatherapeutischen Hintergrund bilden u.a. Überlegungen und Vorgehensweisen aus der Psychodynamisch-imaginativen Traumatherapie nach L.Reddemann, aus der Prozessarbeit von M.Huber und dem EMDR nach F. Shapiro.

Empfohlene Literatur:
Huber, M: Wege der Traumabehandlung. Junfermann Verlag, Paderborn 2012
Lücke, S: Kunstpsychotherapie im Prozess der Traumaheilung. In Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Reddemann, L: Imagination als heilsame Kraft. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Umfang
1 Seminar (16 UE)

Termin
24. - 25.11.2017 (Fr 14-21 h, Sa 10-18 h)

Gebühr
270 € (inkl. Material)

Leitung
Susanne Lücke

Veranstaltungsort
bik Huchzermeierstraße 10, 33611 Bielefeld



b i k - Bielefelder Institut für Kunsttherapie