curriculum 4-04
Kunsttherapeutie in der Behandlung komplexer dissoziativer Störungen
Inhalt
Gemalte Bilder geben Auskunft über den momentanen Gesamtzustand eines inneren Systems und die Befindlichkeiten seiner Mitglieder. Sie stellen wichtige Mitteilungen dar, die verstanden werden können und mit denen adäquat gehandelt werden kann. Bildnerische Gestaltungen legen Zeugnis ab über die Existenz, die besonderen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Nöte bis dato abgespaltener Anteile und fördern so Co-Bewusstsein und Akzeptanz der Diagnose.
Mit bildnerischen Mitteln lassen sich zukunfts- und lösungsorientierte Systembilder entwickeln, die dem gesamten Innensystem Orientierung und Struktur bieten. Auf dieser Basis können kompetente Alltagsanteile gestärkt, verletzte Anteile angemessen versorgt und dysfunktionale Anteile verwandelt werden. So entsteht eine tragfähige Grundlage für innere Kommunikation, Kooperation und Integration. Es werden kunsttherapeutische Vorgehensweisen und Interventionen vorgestellt, erprobt und in Bezug auf das eigene Arbeitsfeld reflektiert, die sich in der Behandlung von Menschen mit komplexen dissoziativen Störungen seit vielen Jahren bewährt haben. Den traumatherapeutischen Hintergrund bilden Ideen, Konzepte und Vorgehensweisen aus der Ego-State-Therapie (Watkins & Watkins), dem Modell der Strukturellen Dissoziation (Steele, van der Hart, Niejenhuis), der "Arbeit auf der inneren Bühne" (Huber, Reddemann), sowie Erkenntnisse aus der Erforschung gemalter Bilder hoch dissoziativer Menschen (Cox & Cohen).

Die Arbeit mit teil- und vollabgespaltenen Persönlichkeitsanteilen setzt eine enge kunsttherapeutische Begleitung im Einzelsetting und / oder in kleinen Gruppen voraus.

Dieses Curriculum richtet sich an Teilnehmer*innen, die bereits das Curriculum "Kunsttherapeutische*r Fachbegleiter*in für Psychotraumatologie" absolviert haben oder über eine vergleichbar umfangreiche traumatherapeutische Fortbildung (von mindestens 80 UE) verfügen und mit den Grundlagen der Behandlung von komplexen Posttraumatischen Belastungsstörungen vertraut sind.

Das Curriculum umfasst 3 Seminare mit insgesamt 45 UE.
Modul 1 Zukunfts- und lösungsorientierte Systembilder:
Innere Orientierung und Strukturierung
27.09.–28.09.2019
Modul 2 KT-Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen:
Co-Bewusstsein und innere Kommunikation
26.10.–27.10.2019
Modul 3 KT-Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen:
Innere Kooperation und Integration
29.11.–30.11.2019

Der Einsatz des Gelernten ist abhängig von den fachlichen und rechtlichen Möglichkeiten, die sich aus der Grundqualifikation und dem jeweiligen Arbeitsfeld der Teilnehmer*innen ergeben.
Die Teilnehmer*innen erhalten eine Teilnahmebescheinigung über jedes einzelne absolvierte Seminar. Für den Erwerb des Abschlusszertifikats über die Teilnahme am Curriculum "Kunsttherapie in der Behandlung komplexer dissoziativer Störungen" ist eine bereits absolvierte umfassende Fortbildung im Bereich Psychotraumatologie / Traumatherapie von mindestens 80 UE und die Teilnahme an allen drei Modulen Voraussetzung.
Die einzelnen Module sind inhaltlich in sich geschlossen und aufeinander aufbauend. Versäumte Seminare können, unabhängig von den jeweiligen persönlichen Gründen, nur kostenpflichtig nachgeholt werden. Um das Abschlusszertifikat über die Teilnahme am gesamten Curriculum zu erhalten, müssen versäumte Seminare innerhalb von zwei Jahren nachgeholt werden. Einzelne Module können nur nach persönlicher Rücksprache gebucht werden.
Bitte beachten Sie die  >> PDF Fortbildungsvertrag

Empfohlene Literatur:
Lücke, S (2016), Kunstpsychotherapie in der Behandlung von Traumafolgestörungen in:
Reddemann, L (2016), Imagination als heilsame Kraft (Neuüberarbeitung)

Beginn
27.09.2019

Umfang
3 Seminare (45 UE)

Gebühr
810 €
(270 € pro Seminar, incl. Material)


Leitung
Susanne Lücke
Wissenschaftliche Begleitung:
Dr. med. Agnes Balten

Veranstaltungsort
bik Huchzermeierstraße 10, 33611 Bielefeld

Seminarzeiten
Fr 15:00–19:00, Sa 9:30–18:00
b i k - Bielefelder Institut für Kunsttherapie